Die Asociación Nacional de Criadores de Toros de Lidia (dt. etwa Nationale Verinigung der Kampfstierzüchter) aus Mexiko hat ein Video über die Bedeutung des Stieres und seiner Zucht für das Ökosystem veröffentlicht. Hier eine kurze Zusammenfassung des Inhaltes:
Der Ur, Stammform des modernen Toro de Lidia und ursprünglich in ganz Europa verbreitet, wurde durch klimatischen Wandel dazu gezwungen, nach Südfrankreich und Spanien zu wandern, wo die Rasse domestiziert wurde. In Friedenszeiten nutzten adlige Krieger diese Tiere, um für den Krieg zu üben. Diese Übungen wurden schließlich zu einem vitalen Bestandteil der religiösen, populären und militärischen Feste, und waren im Mittelalter in Spanien äußerst beliebt.
Eine gezielte Zucht der Stiere begann jedoch erst später, und zwar in Andalusien. Erst dadurch wurde aus dem Ur im Laufe der Generationen der heutige Toro de Lidia. Der Umgang mit den Stieren wurde laufend fachmännischer.
Mit der Eroberung Amerikas durch die Spanier wurde die Stierkultur auch dort verwurzelt, und besteht in manchen Regionen wie Mexiko bis heute fort.
Im Laufe der Zeit übernahm das Volk die Bräuche des Adels, und so wurde auch die Stierkultur popularisiert. Allerdings traten die neuen Akteure dem Stier nicht mehr zu Pferd, sondern zu Fuß entgegen. Im 18. Jahrhundert entstanden die ersten Handbücher der Tauromaquia. Der Ablauf, nach dem der Stier zu töten ist, wurde damit auch festgelegt. Anstatt die Veranstaltungen auf öffentlichen Plätzen durchzuführen, wurden die ersten eigenen Arenen errichtet. Dadurch wurde auch die Zucht der Stiere noch wichtiger, und auch die wirtschaftliche Bedeutung der Zuchtbetriebe stieg.
Damit schlagt das Video die Brücke zur Gegenwart. Derzeit besorgniserregende Probleme sind das weltweite Verschwinden der Artenvielfalt, der Zustand der Umwelt und die globale Erwärmung. Der Toro Bravo wiederum ist ein einzigartiges Tier, das seit jeher in Einklang mit seiner Umwelt lebt. Seine Existenz garantiert das Gleichgewicht des Ökosystems, in dem er lebt. Dadurch kann eine große Vielfalt an Flora und Fauna in einem großen Raum erhalten werden. Zu den auf diese Weise beschützten Arten gehören Puma, Schwarzbär, Rothirsch, Neuweltschwein, Rotluchs, Koyote, Opossum, Fuchs, Gürteltier, Spitzmaus, Beutelratte, Katzenfrett, Nasenbär, Waschbär, Mauswiesel, Silberdachs, Uhu, Schleiereule, Steinkauz sowie eine große Vielfalt an Vögeln, Reptilien und Amphibien. Auch Fische und Wirbellose sind in solchen Ökosystemen, die eine Stierzucht bildet, zu finden. Der Toro de Lidia kann neben anderen Rindern auch mit jedem Wildtier zusammenleben. Die Rasse hat also auf überwältigende Art und Weise zur Aufrechterhaltung des ökologischen Gleichgewichts auf den Dehesas beigetragen, vor allem in Randgebieten auf kargen Böden, die der sonstigen landwirtschaftlichen Nutzung wahrscheinlich entzogen wären. Anstatt ausgebeutet zu werden, wird das Ökosystem erhalten.
Die Stierzucht ist also der Umwelt gegenüber überaus respektvoll und trägt entscheidend zurm harmonischen Erhalt des ökologischen Gleichgewichts bei. Die relative Anspruchslosigkeit der Rinder ermöglicht ihre Zucht in Gebieten, die zur agrarischen Nutzung nicht geeignet sind. Zusätzlich bringt die Zucht die Wirtschaft in Schwung, beispielsweise durch ökotouristische Angebote und leistet einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität.
Dabei unterscheidet sich der Toro Bravo von sonstigen Rindern durch einige Besonderheiten: zum Beispiel sein Äußeres, seine Morphologie, sein Bewegungsapparat, seine Sinneswahrnehmung und seine physische Widerstandskraft.
Aufgrund all dieser Faktoren ist es sehr wichtig, die Existenz des Toro de Lidia zu bewahren und ihn zu beschützen, als weltweit einzigartige Spezies.
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