Der Diestro Juan José Padilla kehrt zurück
Am 7. Oktober 2011 wurde er während der Feria del Pilar in der Plaza de la Misericordia in Saragossa schwerst verletzt. Dabei verlor er das linke Augenlicht, seine Gesichtsmuskulatur und sein Gehörgang wurden schwer in Mitleidenschaft gezogen. Dennoch kehrt er nicht einmal fünf Monate nach der cornada grave in die Arena zurück.
Bereits vor zwei Wochen verkündete er in einer Pressekonferenz am 4. März in der Plaza de Toros de Olivenza (Badajoz, Extremadura) seine Temporada taurina zu beginnen. Ebenfalls mit ihm im ruedo stehen an diesem Tag die Diestros Morante de la Puebla und José Marí Manzanares. Ihnen gegenüber stehen werden Stiere aus der Ganadería brava Núñez del Cuvillo. Desweiteren bestätige er Auftritte in Valencia und Arles und bezeichnete einen solchen in Sevilla während der Feria de Abril als wahrscheinlich.
"Padilla kommt als Padilla zurück. Ich werde weiterhin El Ciclón de Jerez sein. Ich bin seit 19 Jahren Matador und ein Mann großer Herausforderungen", stellte er klar, dass er trotz seiner körperlichen Beeinträchtigungen seinen Beruf weiterhin auf höchstem Niveau ausüben will.
Im Folgenden war der Torero auch weiterhin medial sehr präsent, beispielsweise in einem Interview mit der Tageszeitung ABC. Dort antwortete er auf die Frage, wie eine so schnelle Rückkehr überhaupt möglich sei: "Das ganze Geheimnis liegt im Kopf. Wer den Willen hat, hat auch die Kraft." Er bestätigte auch, dass er körperlich tatsächlich wieder so weit sei, wie notwendig, um seinen Beruf auszuüben. Insbesondere das räumliche Sehen mit nur einem Auge funktioniert seiner Auskunft nach gut. "Bei einigen Stieren bräuchte ich nicht zwei Augen, sondern vier. Das Gehör ist unangenehmer; ich höre ein dauerndes Pfeifen."
"Die Tauromaquia bedeutet mir neben meiner Familie alles. Ich komme nicht wegen des Geldes zurück, es wäre egoistisch, zuhause zu bleiben", erklärte er seine Beweggründe, um dann über die Zukunft fortzufahren: "Ich bin Padilla und werde als Padilla sterben. Mein Repertoir wird dasselbe sein, und die Augenklappe ist kein Problem. Natürlich werde ich mich auch den 'harten' Ganderías entgegenstellen."
Etwa fünfundzwanzig bis dreißig Corridas plane er für diese Temporada, abhängig von den Ärzten, von denen er weiterhin regelmäßig untersucht wird. Dabei träumt er natürlich von Las Ventas in Madrid und würde auch sofort nach Saragossa zurückkehren.
Desweiteren unterstirch er die besondere Bedeutung seiner Familie: "Ihre Unterstützung war phänomenal. Die Kinder haben mit großem Charakter reagiert, sie haben verstanden, was man von ihnen wollte. Sie sind sehr viel reifer geworden. Sie sind der Ausgleich für mich."
Das Portal mundoro.com wiederum gab seinen Usern die Möglichkeit, direkt Fragen an den Maestro zu stellen, von denen er einige selbst beantwortete. Neben vielen anderen kam die Frage auf, ob er nach seiner schweren Verletzung Angst verspüren wird. "Angst hat man immer. Davor, währenddessen und sogar danach, denn es ist ein riskanter Beruf. Ich habe aber nie darüber nachgedacht, mich zurückzuziehen", war seine Antwort.
"Das Leid ist Teil des Ruhmes", sprach er weiters, und unterstrich damit seine Bereitschaft, nach Saragossa zurückzukehren und dort aufzutreten.
Interessant sind auch seine Ansichten, wie er mit antitaurinos umgehen würde: "Ich würde ihnen Zeit widmen, damit sie die Behandlung des Stiers auf dem freien Feld erfahren und um ihnen die Hingabe der Menschen, die mit derartiger Liebe und Repekt in der Welt der Stiere arbeiten, zu zeigen, und natürlich um sie über die Personen, die von der Fiesta leben und für sie leiden, aufzuklären."
Zum Schluss bedankte er sich noch für die Unterstützung während seiner Rekonvaleszenz: Ich möchte die Möglichkeit nützen, meinen tiefsten Dank an die Gesellschaft, die meine Entwicklung verfolgt hat, und die an die gesamte Afición auszusprechen."
Man wird sehen, ob ihm seine Pläne aufgehen und er so zurückkehren kann, wie er vor dieser schlimmen cornada gewesen ist.
¡Todo lo mejor, Maestro!
Quellen: ABC: Con algunos toros no necesitaría dos ojos sino cuatro, 30.1.2012.
Mundotoro: Torearía otra vez al de Zaragoza y no me cogería, 2.2.2012
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