Montag, 27. Februar 2012

"Es gibt wichtigere Dinge, als die Stiertradition abzuschaffen"

 Paola Dominguín im Interview

Sie ist Tochter des bekannten Toreros Luis Miguel Dominguín (1926-1996) und über diesen unter anderem auch mit den derzeit aktiven Diestros Francisco Rivera Ordóñez und Cayetano Rivera Ordóñez verwandt. Bei dieser Abstammung ist es keine Überraschung, dass die Graphikerin, Unternehmerin und Teilzeitschauspielerin Paola Dominguín auch mit der Welt der Stiere verbunden ist. Ausdruck dessen ist beispielsweise ihr Entwurf des offiziellen Plakats der diesjährigen Feria de Falla in Valencia. Eine Aufgabe, die sie sehr gerne übernahm: "Das Plakat der Fallas zu malen freut mich sehr, zum ersten Mal habe ich einen solchen Auftrag erhalten und ich habe ihn als nicht einfache Herausforderung wahrgenommen, aufgrund des Respekts, den ich gegenüber der Welt der Stiere hege. Ich habe es sehr genossen."


Dominguín und das Plakt. Quelle

In einem Interview mit der spanischen Tageszeitung La Razón gab sie weitere Einblicke in ihre Ansichten über das Thema: "Mir gefallen die Stiere. Ich bin keine große Aficionada, aber sie gefallen mir, für mich ist es eine unfassbare Kunst. Sie ähnelt dem Tanz, der mich begeistert, und deshalb sehe ich eine große interpretative Beschaffenheit. Es ist ein Anreiz, eine Herausforderung mit dem Tod... Schließlich ist es eine sehr inhaltsreiche Sache."

Sie sprach auch über ihre Situation als Verwandte einiger Toreros: "Als Cayetano anfing ging ich hin, da es mich sehr freute, ihn zu sehen. Aber in Wahrheit geht es mir schlecht wenn es ein Verwandter oder ein Nahestehender ist... Man ist nicht darauf vorbereitet, zu leiden. In den letzten beiden Jahren war ich in keiner Arena; aber dann packt es mich plötzlich und ich sehe mir drei Corridas nacheinander an. Mein Vater zog sich von seinem Beruf zurück, als ich noch klein war, aber ich sah ihn, als ich dreizehn war, und es war sehr hart. Meine Mutter hingegen verstand es nie, niemals war sie davon begeistert," berichtet sie über ihre Kindheit.

Im weiteren Verlauf des Interviews äußerte sie sich auch über das Verbot in Katalonien: "Ich bin damit klarerweise nicht einverstanden. Ich denke es war eine politische Bewegung, um auf einer Seite Lärm zu machen, und sich nicht den Dingen zu widmen, denen sich ein Politiker tatsächlich zuwenden sollte, also grundlegende Probleme zu lösen, wie das Bildungswesen, der Arbeitsmarkt, das Gesundheitssystem... Es gibt wichtigere Dinge als dem spanischen Volk seine Fiestas wegzunehmen, vor allem eine so große Tradition wie die der Stiere, von der so viele Menschen leben... Und ich könnte noch mehr Dinge sagen über die Leute, die rausgehen um zu demonstrieren. Viele von ihnen waren schon in der Arena und im Allgemeinen benützen sie Leder, essen Fleisch, etc. Ich erkenne jedenfalls in ihrer Ansicht nicht viel Sinn."

Als Mensch, der sich sehr der Natur verbunden fühlt, ging sie auch auf das Leben der Stiere ein: "Ich muss sagen, dass das Leben des Stieres das beste überhaupt ist. Er gehört zu den am besten gepflegten Tieren. Viele Nutztiere wie das Schwein, das Huhn, auch die Kuh, wenn auch weniger, leben viel schlechter als der Stier. Ein Stier lebt wie ein König, vier oder fünf Jahre lang auf dem Land, behütet, geschützt, mit viel Aufmerksamkeit. Und nach fünf Jahren opfert man ihn? Ja, aber ich sehe es so, es gibt eine gewisse Vornehmheit."

Zum Schluss hielt sie noch fest: "Ich habe Toreroblut in mir und in meiner Art, zu leben. Ich denke, ein Torero ist ein Künstler, und der Stier ist Teil seines Kunstwerkes."

Quellen: 


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