In der Kontroverse um das geplante Verbot des Besuches von corridas de toros von Kindern unter 12 Jahren hat sich nun auch die französische Organisation Observatoire National des Cultures Taurines zu Wort gemeldet. In einer Erklärung legt die Organisation ihre Ablehnung des vorgesehenen Gesetzes dar:
"Die Entscheidung der Regierung von Galicien, unter 12-jährigen den Besuch von Arenen zu verbieten, ist aus dem Blickpunkt der kulturellen Rechte Minderjähriger, die in den europäischen Verträgen, die von Spanien unterzeichnet wurden, niedergelegt sind, illegal. Desweiteren ist sie politisch inkorrekt aus dem Blickpunkt der Verantwortung der Eltern, die so verneint wird, und entbehrt ebenso jeglicher wissenschaftlicher Begründung, welche die Gefahr, der ein Heranwachsender, der ein espectáculo taurino ansieht, ausgesetzt wäre, bewiese.
Als Reaktion auf einen ähnlichen Angriff, der sich 2008 in Frankreich ereignete, forderte die Organisation Observatorio Nacional de las Culturas Taurinas die Regierung auf, eine statistische Untersuchung durchzuführen, um zu überprüfen, wieviele Heranwachsende aufgrund von Traumata, die sie durch den Besuch eines festejo taurino erlitten hatten, psychologisch behandelt werden mussten.Um die Zuverlässigkeit der Studie zu gewährleisten, baten wir auch darum, diese Daten mit jenen, die den Schaden, der ihnen im selben Alter durch die Gewalt in Fernsehen, Videospielen und dem Schulbereich verursacht wurde, beweisen, zu vergleichen.
Die Vereinigungen, die sich für die Abschaffung der Tauromaquia einsetzen, und die forderten, den Eintritt von Unmündigen in die Arena zu verbieten, lehnten diese wissenschaftliche Studie ab, wohlwissend, dass sie die Nichtexistenz jeglicher Gefahr für Heranwachsende zeigen würde. Und selbstverständlich wurde die Maßnahme von der französischen Regierung abgelehnt.
Es scheint in einem Rechtsstaat unvorstellbar, dass es die Regierung von Galicien ohne Heranziehung oder vorherige Untersuchung wagte, derartige Maßnahmen zu ergreifen, die so leichtsinnig sind dass sie zweifellos aufgehoben würden, sowohl auf nationaler Ebene als verfassungswidrig als auch vom europäischen Gerichtshof.
Es ist zu erwarten, dass die Regierung von Galicen, bevor über dieses Gesetz, dessen Rechtmäßigkeit sofort angegriffen würde, abgestimmt wird, die gleiche Untersuchung einleiten wird wie die zu der die französische Regierung aufgefordert wurde. Und wir zweifeln nicht daran, dass sie es angesichts der erhaltenen Ergebnisse, sowohl auf nationaler als auch auf regionaler Ebene, ablehnen wird, eine Maßnahme zu ergreifen, die nur durch das Begehren, nationale Identitätsmerkmale in künftigen Generationen zu zerstören, zu erklären ist, niemals aber, so wie vorgegeben wird, durch den Schutz der Minderjährigen, die in diesem Fall keinem Risiko ausgesetzt sind."
Die Polemik, die durch das geplante Gesetz ausgelöst wurde, nimmt also weiter Fahrt auf. Positiv zu beurteilen ist sicher, dass aus dem Sektor selbst Initiativen kommen, dieses ungerechtfertigte Vorhaben, das letztendlich auf nichts anderes als ein komplettes Verbot analog zu dem in Katalonien hinausläuft, zu unterbinden. Und im Unterschied zur Gegenseite basieren diese Initiativen auf vernünftigen Überlegungen, die man gerna auch wissenschaftlich überprüfen lässt, anstatt nur auf schmieriger Emotion und Beleidigungen Andersdenkender.
Die Angelegenheit wird also weiterhin für Diskussionsstoff sorgen. Dieser Blog wird die Debatte auf jeden Fall weiter verfolgen.
Quelle: Observatoire National des Cultures Taurines: Comunicado. (gefunden auf www.mundotoro.com)
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